Revierwettfahrt mit Kutter Zephyr

Sonderwettfahrt des Vereins Schmöckwitzer Wasserfreunde

Warum in die Ferne schweifen haben wir uns gedacht und uns nach einer Vorbereitungsregatta für die kommende Meisterschaft in Schwerin, im Heimatrevier umgeschaut. Gern wären wir auch nach Goyatz gestartet, doch ein volles Regattawochenende war schwer zu vermitteln – also Sonderwettfahrt des Vereins Schmöckwitzer Wasserfreunde. Damit betraten wir allerdings auch Neuland. Bisher kämpften wir nur in unserer Klasse um gute Ergebnisse, schließlich ist der DSSV-Regattakalender gut gefüllt, wenn nur die zum Teil weiten An- und Abreisen nicht wären. Von der Nautilus, die schon im Sommer hier im Revier, eine Yardstickregatta gefahren ist, wussten wir in etwa, wie wir eingeordnet werden würden. Die Yardstickzahl ermöglicht die gerechte Bewertung verschiedener Bootsklassen innerhalb einer Startgruppe. Ich vertiefe das mal nicht – dazu steht notfalls alles im Netz. Wir wurden also mit YS 125 in der Startgruppe der Jollenkreuzer geführt. Was das schließlich bedeutete, also in welchem Zeitfenster wir uns eher vorn oder auch hinten platzieren würden, blieb bis zur Auswertung eine Überraschung.


Vorbereitung – alle Augen in Richtung Startschiff.

Treffpunkt war am Sonnabend 8.00Uhr unser Heimatverein. Den Kutter hatten wir schon am Freitag soweit vorbereitet, dass nur noch die Segel eingezogen werden mussten. Frank fuhr schon zum VSW um an der Steuerleutebesprechung teilzunehmen. Wir konnten dann ganz in Ruhe ablegen und uns sortieren. Neugierig wurden wir im VSW begrüßt. Einen regattatauglichen Kutter hatte man hier scheinbar in dieser Form nicht erwartet. Nach kurzer Eröffnungsrede und mit den notwendigen Informationen versorgt, machten wir uns auf den Weg zum Seddinsee. Drei Wettfahrten auf einem Dreieckskurs waren angesagt, gegen 11.00Uhr war der erste Start geplant.

Alles unter Kontrolle – Zephyr am Wind.
In unserer Startgruppe befanden sich drei 30er und zwei 20er Jollenkreuzer. Der Wind hatte sich bei WSW, 4Bft eingependelt und schickte einige markante Böen über den See. Gerade die Verwirbelungen am Westufer waren tückisch. Insgesamt aber guter Kutterwind – ein Vorteil für uns. Die Jollenkreuzer und Kielboote waren alle gerefft unterwegs, aber trotzdem nicht langsam. Um uns und andere nicht unnötig in Schwierigkeiten zu bringen, gingen wir mit Backbordschoten über die Startlinie. Der Weg bis zum Ufer war zwar kurz, aber die wenigen Starter bedeuteten genug Platz, um bald wieder auf die rechte Seite zu wechseln. Hauptsächlich die enorme Höhe, die die Jollenkreuzer fahren konnten, ließ uns schnell zurückfallen. Auf dem Vorwindkurs der zweimal zu absolvieren war, konnten wir diesen Nachteil gut kompensieren. Unter Spi waren wir mit der gleichen Geschwindigkeit wie unseren direkten Gegner unterwegs. Im Ziel war der Abstand erstaunlich gering und zumindest im ersten Lauf gelang es uns sogar einen 20er zu distanzieren. Die weiteren Läufe konnten wir immer als führendes Boot eröffnen, um dann, so gut es ging, zu versuchen den Anschluss zu halten.


30er hart am Wind im dritten Reff.

In der dritten Wettfahrt verabschiedete sich unser Großbaumniederholer und musste ersetzt werden. Wir verzichteten auf den Spi und schonten Material und Nerven. Der Wind war nun ziemlich ruppig. Durch die schnell gestarteten Wettfahrten waren bald genug Ergebnisse eingefahren und wir machten uns auf den Rückweg. Mit einem Mastbruch, aber ansonsten wenigen Schäden, war die Bilanz für den Tag durchaus positiv. Viele glückliche Gesichter begegneten uns auf dem Gelände des gastgebenden Vereins. Etwas überraschend war für uns der Empfang am Steg. Sinngemäß wurde festgestellt das wir ziemlich verrückt seien (durchaus positiv verrückt), so wie wir unser Sportgerät bewegt haben. Wir bedankten uns selbstverständlich für das Kompliment und lobten unsererseits die akkurate Durchführung der Regatta und das faire Segeln unserer geschätzten Konkurrenz.

Dank gutem Start gelingt der Cross.

Was nehmen wir mit? Einen 2. Platz in unserer Startgruppe, den Wanderpokal in der Klassik-Wertung für Boote (Holz und Stahl) mit Baujahr älter 1972, drei Flaschen Sherry, ein gut getestetes Boot und die tollen Erinnerungen an einen intensiven Segeltag mit vielen engagierten Segelfreunden. Die DM Kuttersegeln kann kommen….

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