Hallo liebe Seesportfreunde, ich fasse mal für die Ungeduldigen unter euch zusammen: kein Wind. Für die die weiterlesen wollen – es gibt Sieger und Besiegte, verhinderte Helden, Bestleistungen und den Nervenkrimi Flaute.
Mit den Kuttern Zephyr und Argestes haben wir uns in die Startliste zur ersten Regatta in 2026 eingetragen. Förmlich in letzter Sekunde wurde noch unsere Haftpflicht an die Anforderungen der Ausschreibung angepasst. Durch den Ausschluss von für eine Regatta untypische?! Begegnungsszenarien an Start, Ziel oder Bahnmarken, durch den bisherigen Versicherer, musste nachgebessert werden. Die beste Versicherung gegen große Schäden, war aber doch die leichte (bis keine) Brise, die das Wochenende bestimmte.
Für seinen ersten Einsatz wurde am Freitag auch der neue Großmast vorbereitet und brandneu für eine Regatta aufgestellt. Endlich ist damit das Mastbauprogramm für unser neues Regattarigg abgeschlossen und dieses sollte nun ersten Tests unterzogen werden. Neue Ideen sorgen unter anderem dafür, ausreichend Spannung auf das Rigg zu bringen. Wir staunten nicht schlecht, in welche Bereiche man sich da reinzurren kann. Peenemünde-Micha hat uns mal einen ersten Richtwert für die Wantenspannung bestimmt, den wir nun an unserm Boot weiter entwickeln können. Keine Ahnung welche Kräfte dem Rumpf zugemutet werden sollte – wir tasten uns ran.

Holz trifft auf Alu. Die Gaffeln sind auch neu – aber noch in Holz.
Konsequenterweise wurde für den Sonnabend zuerst ein Start auf dem Wasser angestrebt. Wir nutzten die Startverschiebung um uns etwas einzusegeln und alle Systeme kurz zu überprüfen. Die Flotte (18 Boote) parkte derweil im Hafen. Als Zeitvertreib bot der Veranstalter kurze Sportspiele für Zweierteams an, die für ein wenig Zerstreuung sorgten und die Wartezeit etwas verkürzten. In der Hoffnung der Wind würde sich etwas stabilisieren, bereiteten wir uns schließlich auf den ersten Start der neuen Segelsaison vor, und der funktionierte ganz gut. Mit guter Fahrt und freiem Wind erreichten wir die Luvtonne im Kielwasser vom Ösfass als 5. oder 6. Unmittelbar vor uns ging Teamwork auf den zweiten Bahnschenkel und eierte durch die 30°-Dreher. Wenn man nicht reagierte, stand man sofort im Wind (wenn er überhaupt einsetzte) und parkte ein. So hangelten wir uns zur Raumboje und rundeten schließlich als 6. auf den nächsten Schenkel. Rangsdorfs No.7 und Teamwork hatten sich hier schon ein kleines Polster verschafft und lagen in Führung, der Rest schob sich in breiter Front Richtung Leeboje. Zur allgemeinen Anspannung kam nun noch eine Folge der Drei??? – klar den Kindern war langweilig, so ist das auf einem Mehrgenerationenboot. Beim Segeln punkteten jetzt vor allem die Außenpositionen. Mit Wegerecht näherten sich die Hexe von links, mit tollem Speed der Ambrosius von rechts zur Leetonnenrundung. Wir mussten uns leider außen einreihen und damit auch das Tor für weitere folgende Kutter (Rangsdorfer, Cutty Sark) aufmachen. Das war ein Knockdown von dem wir uns nicht mehr erholten. Bezeichnend war unser Zieleinlauf mit achterlichem Wind und eingerollter Genua.

BM3 auf der Außenbahn
Der 9.Platz war nicht unsere Wunschergebnis, dass wir aber dennoch so hinnehmen mussten. Einen weiteren Startversuch gab es an diesem Tag nicht mehr.
Wir trieben also wieder Richtung Hafen und konzentrierten uns nun auf unseren Start bei den Landdisziplinen des Kuttermehrkampfs. Mit fünf Startern beim Knoten und 4 an der Wurfleine konnten wir uns keine Ausrutscher leisten denn alle kamen in die Wertung. Einen Ausrutscher mit 2 Fehlern beim Knoten bongten wir aus und erreichten ein solides Gesamtergebnis (…mit den zwei punktbesten Knotern!). An der Wurfleine gelangen uns, trotz der Vorgabe keine Ausfälle zu produzieren, gute bis sehr gute Ergebnisse. Zufrieden beschlossen wir den Tag bei spektakulärem Sonnenuntergang und specktakulärem Krustenbraten, der wie immer vorzüglich geschmeckt hat und für den wir ein Extradankeschön senden.
Auch am Sonntag machte der Wind keine gute Figur. Es blieb bei einem Startversuch, der auch noch eine halbe Stunde vorgezogen wurde. Wir hatten etwas zu tun wieder zur Startlinie zu kommen und mussten dann auch noch den entgegenkommenden Ösfass und Teamwork ausweichen die zwar mit Wind von Steuerbord, also eigentlich ausweichpflichtig, Kurs hielten und uns die Initiative überließen. Am Ende egal, weil der Lauf abgebrochen wurde als Cutty an Tonne 3 und die letzten noch auf der Startkreuz kämpften. Ein Filmchen der materialschonenden Regatta kann man auf der Website des Seesportclubs Rangsdorf finden.

Als erster Test für das neue Rigg taugte die einzige Wettfahrt nicht so recht. Trotzdem gingen wir nicht mit leeren Händen nach Hause und feierten immerhin einen 3. Platz im KMK und den Titel bei den Traditionssportspielen. Beim Segeln reichte es für einen 8. Platz. Wir fiebern den nächsten Wettkämpfen entgegen (16.5. Bautzen, 13.6. Rund Hiddensee) und hoffen auf faire Bedingungen und starke Ergebnisse…
Die Zephyrs!
